Wero Swiss
1932 stellte Jakob Wernli einen hölzernen Bandwebstuhl in ein Wohnzimmer in Aarau und wob darauf die ersten Wernli Binden. Er war 48 Jahre alt und hatte, wie viele damals, nach dem Ersten Weltkrieg seine Arbeit verloren. 1941 zog er mit allen Webstühlen in die alte Baumwollspinnerei in Rothrist, die lange leer gestanden hatte. Dort ist die Wernli AG bis heute zu Hause.
Bekannt wurde die Firma mit Farbe. 1978 zeigte sie an einer Medizinalmesse in Zürich zum ersten Mal farbige Verbandstoffe, und die Idealbinde Elasticolor gibt es heute in acht Farben von Braun bis Lila. Dazu macht Wernli weisse und farbige Verbandklammern, nach eigenen Angaben als einziger Hersteller in Europa.
Bis 2009 führte Bernhard Wernli die Firma in dritter Generation. Weil in der Familie niemand nachfolgen konnte, verkaufte er sie an Felix Schönle. Seit 2010 tragen die Binden auch den eigenen Namen Wero Swiss, mit dem Anspruch, «Ihr kompetenter Hersteller für Verbandstoffe» zu sein.
Gewoben wird auf mehr als 100 Webstühlen, die von Hand eingerichtet werden, und das Garn kommt aus Deutschland und Italien. Seit 2021 entsteht der grösste Teil der Binden im eigenen Werk in Ostungarn. In Rothrist bleiben Hauptsitz und Entwicklung, und seit 2020 laufen dort auch Hygienemasken vom Band. Wernli bekennt sich ausdrücklich zum Produktionsstandort Europa, mit kurzen Wegen und Lieferketten in eigener Hand.
Eine Hochglanzbroschüre zur Nachhaltigkeit gibt es bei Wernli nicht, die Firma zählt lieber auf, was getan ist. Laut Wernli sind Energieverbrauch und CO2-Ausstoss seit Projektstart um 18 und 33 Prozent gesunken. Dutzende Paletten Verbandstoff gingen als Hilfe in die Ukraine, und die Firma unterstützt Special Olympics.
Bei uns ist Wero Swiss die Marke für den Verband im Pflegealltag. Fix und Lux halten Wundauflagen an ihrem Platz, Crepp Cohesive haftet auf sich selbst und braucht keine Klammer, und Solifix ist die Binde für alle, die Latex nicht vertragen. Für Stütz- und Kompressionsverbände gibt es die Idealbinden sowie Lan und Forte, dazu Kinesiotape, Armtraggurte und die Masken Protect Typ IIR. Und wenn ein Kind beim Verbinden tapfer war, darf es auch einmal eine Elasticolor in seiner Lieblingsfarbe sein.